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CES 2021: Flugdrohnen, Autonomie und eine bessere Welt

Autonomer Cadillac-Van.  Foto: Auto-Medienportal.Net/General Motors
Die „Keynote Speech“ ist ein entscheidendes Ereignis bei der CES (Consumer Eletronics Show), jener Technik-Messe, die in den vergangenen Jahren zum ersten und einem der wichtigsten Treffpunkte der Autobranche geworden ist. Traf man sich einst im kalten Detroit, um fossil angetriebene, dominant auftretende Boliden aus Stahl zu erleben, so ließ man sich zuletzt in der Wüstenmetropole Las Vegas über die sanfte und „bessere“ Zukunft belehren, zu der uns die Wunder der Elektronik und der Künstlichen Intelligenz führen sollen. Dieses Jahr lieferte die Corona-Pandemie allerdings einen unsanften Realitäts-Check. Und es gab auch mehr Detroit als üblich – in Form von GM-Chefin Mary Barra, die eine virtuelle Keynote-Rede lieferte. In dieser beschwor sie den „Wendepunkt“ auf dem Weg zur elektrischen Zukunft, an dem sich die Industrie befinde. Und sie unterlegte diese Aussage mit einer Präsentation, in der nicht nur die bereits angekündigten Oberklasse-Modelle Cadillac Lyriq und GMC Hummer EV gezeigt wurden, sondern auch ein Lieferwagen namens Bright Drop EV 600 für die letze Meile, ein kastenförmiger autonomer Cadillac-Van und eine ebenfalls als Cadillac etikettierte vollautonome Drohne, die einsitzig mit bis zu 90 km/h durch die Lüfte schwirren soll.

Das Wirtschaftsportal „Seeking Alpha“ notierte dazu diplomatisch: „Fliegende Autos sind keine Investition für die nächste Produktgeneration, sondern ein Schritt nach vorn im Hinblick auf eine Idee, die sich weiterentwickeln könnte - oder nicht.“

Da nahmen sich die Vorschläge der deutschen Autoindustrie deutlich realistischer aus. Mercedes-Benz glänzte mit dem gewaltigen „Hyperscreen“-Armaturenbrett, das dem kommenden Spitzenmodell der Elektro-Palette, dem EQS, einen für absehbare Zeit uneinholbaren Technologie-Vorsprung verschaffen dürfte. Und BMW kündigt die Ablösung des i-Drive-Systems in seiner bisherigen, vor 20 Jahren eingeführten Form an. Das Auto entwickle sich zu einem persönlichen Assistenten, „immer mit einer klugen Lösung, aber mit einem Augenzwinkern“.

Die CES ist auch eine Messe der Zulieferer und Entwicklungsdienstleister. Dazu gehört ZF. Ein neues Produkt namens Data Venture Accelerator soll dazu dienen, das durch Sensoren generierte, wachsende Datenvolumen im Automobil zu sammeln und zu nutzen, um Mobilität sicherer und bequemer zu machen – und um Autoherstellern Erlösmodelle zu erschließen, die sich über das gesamte Fahrzeugleben erstrecken.

Der Reifenhersteller Bridgestone zeigte eine virtuelle urbane Umgebung, in der neue Mobilitätsthemen umgesetzt werden, beispielsweise eine einzigartige Flottenmanagement-Lösung namens Webfleet. Und Panasonic lieferte einen Einblick in Cockpittechnologien der Zukunft, inklusive anspruchsvoller Augmented-Reality-Lösungen. Magna wiederum sprach über das Potential des Joint Ventures mit dem koreanischen LG-Konzern, der sich auf elektrische Antriebe konzentrieren will.

Es macht den besonderen Reiz der früheren Consumer Electronics Show aus, dass sie sich nicht ausschließlich um das Automobil dreht. Unter den zahlreichen verwinkelten Ständen ließen sich verspielte Ideen und neue Konzepte finden, von denen viele verschwinden, andere zur Grundlage großartiger Erfolgsgeschichten werden. Dieser Appeal ist beim heurigen, volldigitalen Event ein wenig verlorengegangen.

Aber auch von zuhause oder aus dem Büro macht es Spaß, sich durch die digitalen Stände und Innovationen durchzuklicken. Und zwischendurch den Blick durchs Fenster zu genießen. Bis eines Tages die Flugdrohnen abheben. (ampnet/jm)

Autonomes Fahren, Marketing & Messen, CES Las Vegas, CES 2021



Bright Drop EV 600. Foto: Auto-Medienportal.Net/Genral Motors Bright Drop EV 600. Foto: Auto-Medienportal.Net/Genral Motors Bright Drop EV 600. Foto: Auto-Medienportal.Net/Genral Motors Bright Drop EV 600. Foto: Auto-Medienportal.Net/Genral Motors

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