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Carsharing – der Antriebsmotor für die Elektromobilität

Carsharing boomt in ganz Europa, besonders aber in den deutschsprachigen Ländern ist der ökologischere Umgang mit der Automobilität in das Bewusstsein umweltbewusster Menschen gelangt. Doch auch andere Nutzerkreise haben die vielen Vorteile der gemeinsamen Automobilnutzung für sich entdeckt.



Dabei ist das Potential der gesamten Branche noch gar nicht ausgeschöpft, denn mit der Verbreitung des Carsharing führt sich parallel die Weiterentwicklung der Elektromobilität fort.

Dem einen oder anderen mögen die oftmals in weisser Farbe umherfahrenden kleinen Automobile bereits aufgefallen sein, die immer häufiger in schweizerischen Städten zu sehen sind. Vor gut anderthalb Jahren lancierte die Carsharing-Plattform Mobility das Projekt „Catch a Car“. Umgesetzt wurde das Zukunftsprojekt in Basel, wo es an Menschen, die permanent nach uneingeschränkter Mobilität verlangen, gewiss nicht mangelt.

Nicht überraschend also, dass „Catch a Car“ tatsächlich viele Stadtbewohner für sich einfangen konnte. Und auch die Verkehrspolitik zeigte sich erfreut. Denn praktischerweise entsprach das Konzept dem auf Effizienz und Lebensqualität ausgerichtetem verkehrspolitischen Leitbild der Stadt. Mittlerweile sind es 120 Kleinwagen, die durch Basels schöne Strassen touren und Menschen kurzfristig von A nach B bringen. 5.000 Kunden kann die Organisation mittlerweile verbuchen – Tendenz seit 2014 steigend.

Begleitet wurde das Pilotprojekt vom Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich, das sich um die wissenschaftliche Auswertung des Projekts bemühte. Mit folgendem Ergebnis:


 

Dass Carsharing-Fahrzeuge zumeist im städtischen Bereich anzutreffen sind, mag ganz einfach dadurch zu erklären sein, dass „Catch a Car“ von Basel aus nur langsam in den peripheren Bereich übergriff, obgleich mittlerweile auch Gemeinden aus der näheren Umgebung am Projekt beteiligt sind.

Positive Effekte können die Wissenschaftler dem Carsharing aber bereits jetzt attestieren: Durch die gemeinsame Nutzung von Automobilen sei der gesamte Basler Fahrzeugbestand gesunken und es würden durchschnittlich rund 560.000 Kilometer weniger zurückgelegt. Umgerechnet bedeute dies eine Reduktion der CO2-Emission von 104 Tonnen pro Jahr.

Carsharing-Fahrzeuge fahren meist elektrisch

Das ökologische und wirtschaftliche Potential des Carsharing ist aber noch längst nicht in Gänze ausgeschöpft. Dies belegen aktuelle Zahlen aus dem deutschen Nachbarlande. DriveNow, das Joint Venture der BMW Group und der Sixt SE, konnte seit Mitte 2013 für einen messbaren Wachstumsschub in der Elektromobilität sorgen.
DriveNow ist verfügbar in den Städten:

-    Berlin
-    Köln
-    Düsseldorf
-    Hamburg
-    München

Über 100.000 Personen hätten seither mindestens einmal das Angebot der Plattform genutzt, das seine Automobile häufig mit einem Elektromotor ausrüstet. Weit mehr als drei Millionen Kilometer seien mittlerweile mithilfe eines elektrischen Antriebs zurückgelegt worden, mehr als 350.000 einzelne Fahrten kann das Unternehmen bisweilen zählen.

„Carsharing ist aktuell einer der grössten Treiber für Elektromobilität in Deutschland. Durch das Teilen des Autos gelingt nachweislich der leichte Erstzugang zu Elektromobilität für die breite Bevölkerung“, so Sebastian Hofelich, Geschäftsführer von DriveNow, der zugleich darauf hinweist, man setze bereits seit Jahren auf elektrische Antriebe beim Carsharing. 20 Prozent der gesamten Flotte seien mittlerweile „elektrifiziert“.

Herausforderung E-Mobilität – Ladeinfrastrukturen und Finanzierungshürden
„Grundvoraussetzung für den Erfolg von Elektromobilität in Deutschland ist nun der weitere zügige Ausbau der Ladeinfrastruktur“, sagt Nico Gabriel, enger Kollege von Sebastian Hofelich bei DriveNow. Und tatsächlich werden die meisten E-Automobile in Deutschland noch in der heimischen Garage aufgeladen. 2015 konnten über ganz Deutschland verteilt 5.600 Ladepunkte an 2.500 öffentlich zugänglichen Ladesäulen gezählt werden. Aktuell wächst der Bestand an Elektrofahrzeugen allerdings schneller als die Ladeinfrastruktur.

In Deutschland planen Regierung und Autoindustrie, den Ausbau der Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren rasant voranzutreiben. In der Schweiz hinkt man hingegen hinterher. Weitestgehend herrscht noch kein politischer Konsens, was den strukturellen und systematischen Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Förderung der E-Mobilität betrifft. Ein Grund hierfür ist, dass es hierzulande an einer starken Automobil-Lobby fehlt, die Druck auf die öffentliche Hand ausüben könnte, um Subventionierungen oder ähnliche Fördergelder durchzusetzen.

Laut einer in Deutschland erstellten Studie, dem GfK Global Green Index, sei es aber nicht ausschliesslich die derzeit nur partiell gut ausgebaute Ladeinfrastruktur, die Menschen vom Kauf eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs abhalte, sondern insbesondere der durchschnittlich hohe Kaufpreis, der sich für veräusserte E-Autos in Deutschland wie auch in der Schweiz auf ähnlich hohem Niveau befindet.

Zwei Drittel aller Befragten empfinden die finanzielle Hürde derzeit als deutlich zu hoch. Dabei beschloss die deutsche Regierung jüngst sogar die Einführung einer Kaufprämie. Der erhoffte Aufschwung in den Verkaufszahlen blieb indes aus. Der Grund: Die Akzeptanz von E-Autos leidet derzeit auch an stundenlangen Ladezeiten und den geringen Reichweiten, die den Anwendungsradius von Elektrofahrzeugen derzeit noch recht stark limitieren. Von der technischen und infrastrukturellen Optimierung hängt folglich die Zukunft einer ganzen Branche ab.

Bild 1: Klein, wendig und vor allem umweltfreundlich – elektrisch betriebene Automobile werden beim Carsharing besonders gern eingesetzt. Hier DriveNow als Joint Venture zwischen BMW und SIXT. Bildquelle: wallix  – 307102295 / Shutterstock.com

Bildquelle: wallix  – 307102295 / Shutterstock.com



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