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Sind Schweizer Autoversicherungen im EU-Ausland zuständig?

Skoda Popular von 1934. Foto: Auto-Medienportal.Net/Skoda

Schweizer, die mit ihrem Fahrzeug eine Reise in die EU planen, stellen sich häufig eine Frage: Ist die eigene Autoversicherung hier zuständig? Der oberflächliche Blick schafft dabei Vertrauen: Die KFZ-Police gilt offiziell in allen EU-Staaten sowie noch in einigen weiteren Ländern. Vermerkt ist all dies auf der grünen Karte, die als Teil der Versicherung zugeschickt wird. Verwaltet wird die grüne Karte vom staatenübergreifenden Council of Bureaux (CoB). Ein tiefergehender Blick kann allerdings die Ernüchterung bringen: Nicht in jedem Fall muss die Schweizer KFZ-Versicherung tatsächlich in der EU Gültigkeit haben.



KFZ-Haftpflichtversicherung: Mindestdeckungssumme entscheidet

Die Schweizer Autoversicherung ist eigentlich analog zu dem in der EU verbreiteten System organisiert. Immer muss eine Haftpflichtversicherung bestehen. Die grüne Karte bezieht sich ausschließlich auf diese Police. Freiwillig können Teil- sowie Vollkasko als zusätzlicher Schutz dazu kommen. Für Autos beträgt die Mindestdeckungssumme jedoch nur fünf Millionen Franken. Beispielsweise beträgt bei Autoversicherungen in Deutschland beträgt jedoch allein die Mindestdeckungssumme für Personenschäden 7,5 Millionen Euro.

Für die meisten Schweizer ist dies kein Problem, da 50 oder sogar 100 Millionen Franken als Deckungssumme der Haftpflicht am weitesten verbreitet sind. Wer sich jedoch mit dem Minimum begnügt, darf mit dem Fahrzeug nicht nach Deutschland reisen. Wegen der zu geringen Deckung akzeptieren die hiesigen Behörden die Police nicht. Vor einer Reise ins EU-Ausland sollte deshalb sichergestellt werden, dass die Versicherung auch im Detail den Anforderungen des Ziellandes genügt.

Teil- und Vollkasko: Keine automatische Gültigkeit

Abgesehen vom skizzierten Szenario der zu geringen Deckungssumme besteht eine automatische Gültigkeit der Schweizer KFZ-Haftpflicht innerhalb der EU. Für die optionalen Teil- sowie Vollkasko-Policen ist dies jedoch nicht der Fall. Die meisten Versicherer handhaben diesen Punkt fair und lassen die entsprechenden Versicherungen von sich aus in der EU laufen oder weisen deutlich darauf hin, dass sie dort eben nicht gelten. Doch tatsächlich gilt: Wird das EU-Ausland nicht explizit in den Versicherungsbedingungen thematisiert, gilt die zugehörige Police nicht in der Union.

Schadenfreiheitsklassen können übertragen werden

Da das Schweizer Autoversicherungssystem weitgehend identisch zu dem der EU ist, können Schadenfreiheitsklassen übertragen werden. Wer "dauerhaft" (mehr als die Hälfte eines jeden Jahres) in die EU auswandert, muss sein Fahrzeug im Zielland anmelden. In so einem Fall können die Schadenfreiheitsklassen mit zur neuen Versicherung genommen. Dies gilt übrigens auch für die Gegenrichtung.

Ein abschliessender Tipp zu europäischen Fahrern von Fahrzeugen aus der Schweiz

Es ist gesetzlich gestattet, ein Fahrzeug aus der Schweiz an einen EU-Bürger für gelegentliche Fahrten abzutreten, solange sich der Halter im selben Land befindet. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass der Versicherungsschutz dann vollständig erlischt, da die Police dies nicht vorsieht. Auch dies sollte unbedingt kontrolliert werden, falls die entsprechende Absicht besteht.

Empfehlenswert ist ein Online-Vergleich der KFZ-Versicherungen. Auf einen Blick lässt sich so erkennen, was die Police kostet und ob sie alle Bedingungen erfüllt, um problemlos in die EU fahren zu können.



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Auto Occasionen suchen und finden. Autoinserate aktualisiert: 26.03.2019

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