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Land-Rover-Experience-Tour 2017: Hindernisse und logistische Meisterleistungen

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Sie haben am eigenen Leib erfahren, dass generalstabsmäßige Planung und jahrlange Expeditionsvorbereitung den Eigenwilligkeiten der Natur nicht immer standhalten. Erfahrung, Improvisationstalent, eine Prise Glück und Geländefahrzeuge, die auch schwierigste Herausforderungen meistern, machten ihre Tour schließlich zu einer ganz besonderen Form von Abenteuerurlaub in der inzwischen 16-jährigen Geschichte der LET.


„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, entfährt es Dag Rogge, als er die Tagesbilanz der zweiten Tourwoche zieht. Notwendige Abweichungen vom vorgesehenen Programm und flexibles Reagieren auf geänderte Bedingungen hat es bei der LET immer gegeben. Diesmal kam es jedoch ganz Dicke für den routinierten Expeditionsleiter und sein Begleitteam. Ein Erdrutsch, der ungewöhnlich früh einsetzenden Regenzeit zu verdanken, verhindert schon bald nach dem Start das Erreichen des Tagesziels am Rio Ene. Ein neuer Anlauf am Folgetag erweist sich als aussichtslos, weil der Fluss, den es dafür zu durchqueren gilt, in einem unpassierbaren Maß Hochwasser führt.

Die Entscheidung, nicht auf den versprochenen Radlader für das Freiräumen der Schotterpiste am Berghang zu warten und den beschwerlichen Rückweg anzutreten, erweist sich als goldrichtig. Der Preis für die Beweglichkeit des Konvois ist jedoch eine um rund 50 Prozent verlängerte Tages-Fahrzeit von rund zwölf Stunden. Erschöpft, aber zufrieden, stellen Jennifer Mathwig und Judith Schneider aus Berlin, Marcel Illner aus Aachen, Nico Sollazo aus Ratingen, Bastian Behrendt aus Hamburg und Anna-Lena Schmitt aus Frankfurt ihre Land Rover Discovery 3.0Si auf dem Hof des Gästehauses Laguna Blanca ab, das sie am Morgen mit Ziel Dschungelcamp verlassen hatten.

Um im Regenwald nicht noch weitere Überraschungen zu erleben, entschließen sich Rogge und seine Crew, das sorgsam ausgearbeitete Programm über den Haufen zu werfen und statt dessen in einem erneuten Gewaltritt von rund zehn Stunden einen Strand am Pazifischen Ocean anzusteuern, der schon in der Vorwoche als sichere Campsite für das Zeltlager gedient hat. Dazwischen sind allerdings rund 4700 Meter hohe Bergketten und die nördlichen Ausläufer der Atacama-Wüste zu über- und durchqueren. Die dünne Höhenluft bleibt nicht ohne Folgen, einige Teilnehmer klagen über Kopfschmerzen. Jennifer Mathwig staunt über sich selbst: „Man lernt ganz neue Seiten an sich kennen und wundert sich, was alles möglich ist.“

Das letzte Stück, rund 60 Kilometer über Sanddünen, die zwischen den Farben Elfenbein, Ocker und Blassbraun changieren, wird zur Gaudi. Die 340 PS starken Allradler können dank Luftfederung und gesenktem Reifendruck ihre volle Leistungsfähigkeit ausspielen. Vorbei an einem versteinerten Walfischskelett geht es in sengender Sonne über scharfkantige Geröllfelder und fast ohne Sicht durch mehlige Staubwolken. Dass der eine oder andere Reifen damit überfordert ist, muss in Kauf genommen werden. Die „Mutprobe“ des Tages besteht in der Abfahrt eines rund 80 Meter hohen Dünenhangs, der zwar mit seinem gefühlt 100 Prozent Gefälle furchteinflößend aussieht, aber die wahre Herausforderung verbirgt: Beim Anstieg auf der gegenüberliegenden Seite nicht stecken zu bleiben.

Einen Steinwurf von den Wellen des großen Ozeans entfernt erwartet Rene Linke die Ankömmlinge. Als Herr über Gemüse, Geschirr und Gegartes ist der Koch seit Jahren fester Bestandteile des LET-Teams. „Es macht immer wieder Spaß, sich auf die örtlichen Gegebenheiten einzustellen“, sagt der Küchenchef, der diesmal rund 800 Kilogramm Ausrüstung mit nach Peru gebracht hat und im Hauptberuf eine Catering-Firma betreibt. Als der Tross nach einer Nacht mit Brandungsrauschen und einem üppigen Strand-Frühstück die Weiterfahrt antritt, weiß noch niemand, dass ihnen erneut das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen wird.

Um im ursprünglichen vorgesehenen Programmablauf wieder Tritt zu fassen und die sagenhafte Inka-Festung Machu Picchu erreichen zu können, müssen die Discoverys nach einer weiteren Wüstenetappe gegen ein Flugzeug eingetauscht werden. Doch die Chartermaschine hebt nicht ab: Gewittersturm am Ziel in Cusco, der ehemaligen Hauptstadt des Inka-Reiches, hat zu einer Schließung des dortigen Flughafens geführt. Um 3 Uhr morgens am nächsten Tag stehen alle Gepäck bei Fuß, nun soll die Boeing 737 endlich nach Cusco abheben. Der pünktliche Start ist wichtig, denn nur so ist der Zug zu erreichen, der täglich tausende Schaulustiger hinab nach Machu Picchu bringt – Cusco lieg noch rund 1000 Meter höher am Andenkamm als die sagenumwobene Ruinenstadt. Doch als die Triebwerke des Jets auch eine halbe Stunde nach offizieller Startzeit lautlos bleiben, zeichnen sich Enttäuschung und Fassungslosigkeit in die Gesichter der Teilnehmer.

Doch so schnell gibt das LET-Team nicht auf. Eine Ersatzmaschine wird heranbeordert, die Eisenbahngesellschaft bekniet, einen weiteren Zug für die rund 50 Reisenden einzusetzen. Im Laufschritt erreichen die Letzten den Waggon in Ollantaytambo, außer Atem zwar, aber in der Gewissheit, nun doch noch die berühmte Weltkulturerbe-Stätte auf rund 2430 Metern Höhe mit eigenen Augen zu sehen. „Ich hab echt nicht mehr dran geglaubt“, sagt ein Teammitglied, als sich der Zug in holperiger Fahrt am Urubamba-Fluss entlang schlängelt, „aber ein bisschen Glück braucht man halt manchmal auch“. Dass niemand sich allein darauf verlassen musste, ist nicht zuletzt das Verdienst von Ciro Fernandez, einem US-Bürger mit bolivianischen Wurzeln, der als Local Guide mit erstklassigen Kontakten bei der Lösung der zahlreichen Probleme half.

Als winzige Protagonisten in einer millionenfach fotografierten Postkatenidylle können die sechs Teilnehmer das Ziel ihrer Reise genießen. Dem Lohn für anstrengende Ausscheidungscamps mit reichlich körperlichen Herausforderungen, wenig Schlaf, technischen Aufgaben und Wissenstests über das Zielland sind zwei intensive Wochen in einem der vielfältigsten Länder der Erde vorausgegangen. Marcel Illner ist nicht nur beeindruckt von den Erlebnissen vor Ort, sondern auch von der organisatorischen und logistischen Meisterleistung, die trotz aller Widrigkeiten diese LET zum Erfolg geführt hat. „Ich könnte mir vorstellen“, sagt er nachdenklich im Angesicht der steinernen Zeugen der Inka-Kultur, „so was auch beruflich zu machen.“ (ampnet/afb)

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Auto Occasionen suchen und finden. Autoinserate aktualisiert: 24.11.2017

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