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Genf 2019: Chinesischer Schnellstarter drängt nach Europa

Aiways U5.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Aiways
Machen die Chinesen nun ernst und starten ihre Elektro-Offensive in Europa? In den vergangenen Jahren hat es auf Automessen nicht an Auftritten von Herstellern aus dem Reich der Mitte gemangelt, doch auf den Markt hat sich bisher, trotz vollmundiger Ankündigungen, noch kein Unternehmen mit seinen Elektromobilen gewagt. Das könnte sich in der nahen Zukunft ändern, und den Auftakt, so wenigstens die ambitionierten Planungen, könnte das chinesische Startup Aiways wagen.


Vor gerade drei Jahren gegründet, zeigte die Marke auf dem Genfer Automobilsalon ihr SUV U5. Inzwischen arbeiten 1100 Menschen für das Unternehmen, und aktuell sehen die Planungen einen Absatz von 150 000 Modellen auf dem boomenden Elektromarkt in China vor. Diese Zahl soll sich in den kommenden Jahren auf 300 000 Einheiten verdoppeln.

Nach dem Marktstart in China sollen Anfang kommenden Jahres die ersten Exemplare des 4,70 Meter lange SUV (entspricht ungefähr dem Audi Q5) auch in Europa an den Start gehen. Nach Deutschland sollen die Modelle per Bahn transportiert werden, um so gegenüber dem Transport mit dem Schiff rund drei Wochen Zeit zu gewinnen. Die Verantwortlichen von Aiways wollen offensichtlich keine Zeit verlieren, um den europäischen Markt zu erschließen.

Gegründet wurde das Unternehmen vom ehemaligen Finanzchef des chinesischen Automobilkonzerns SAIC, Gu Feng. Für die Produkte ist Roland Gumpert verantwortlich, ehemaliger Sportchef bei Audi. Der Gründer der Sportwagenmarke Apollo steht auch hinter dem Brennstoffzellen-Sportwagen Nathalie, den Aiways im vergangenen Jahr auf mehreren Messen gezeigt hat.

Der in Genf vorgestellte U5 Ion ist ein konventionell gezeichnetes SUV, das von einem 140 kW starken E-Motor an der Vorderachse angetrieben wird. Das Drehmoment liegt bei 315 Nm. Die technischen Daten versprechen keine Revolution, sondern liegen eher im Rahmen der in diesem Segment üblichen Werte. Das gilt auch für die Reichweite. Aiways verspricht maximal 460 Kilometer, und wer Wert auf zusätzliche Reichweite legt, kann ein um 20 Kilowattstunden optimiertes Akkupaket mieten, um so zusätzliche 100 Kilometer weit zu kommen. Als Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller 160 km/h an. Ein aktueller Nissan Leaf schafft 144 km/h (abgeregelt).

Ist die Antriebstechnik noch vergleichsweise konventionell, so bietet das Elektro-SUV an anderen Stellen nach ersten Informationen durchaus innovative Ansätze. So sollen sich die Türen mittels Gesichts- oder Handerkennung öffnen lassen, und zahlreiche Kameras ermöglichen eine lückenlose 360-Grad-Rundumsicht. Außerdem ist der U5 für das autonome Fahren nach Level 2 ausgerüstet.

Der U5 ist dank der modularen Bauweise der Plattform erst der Auftakt zu einer kompletten Modellpalette. Vom kommenden Jahr an sollen, so die ehrgeizigen Pläne, zwei neue Modelle pro Jahr auf den Markt kommen. Wie die Aiways-Modelle in Europa vertrieben werden sollen, ist ebenso unbekannt wie die Preisvorstellungen der Chinesen. Schätzwerte schwanken zwischen 25 000 Euro und 35 000 Euro. Sollte Aiways tatsächlich Anfang kommenden Jahres auf den europäischen Markt rollen dann würde ausgerechnet das jüngste Unternehmen alle anderen etablierten chinesischen Mitbewerber überholen. (ampnet/ww)

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Aiways U5.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Aiways Aiways U5.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Aiways

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Auto Occasionen suchen und finden. Autoinserate aktualisiert: 26.03.2019

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